TTS-Player überspringen↵Стаття Віталесен Burladingen – [–>Trigema-Legende Wolfgang Grupp (84) geht nach dem historischen Wahl-Debakel hart mit der CDU ins Gericht. Vor allem die Abgrenzung zur AfD hält der Unternehmer für einen schweren Fehler. „Die Brandmauer war ein Riesen-Eigentor“, sagt Grupp zu BILD. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse jetzt „sofort“ reagieren. Die CDU hat ein dramatisches Wahlwochenende […]
Burladingen – [–>Trigema-Legende Wolfgang Grupp (84) geht nach dem historischen Wahl-Debakel hart mit der CDU ins Gericht. Vor allem die Abgrenzung zur AfD hält der Unternehmer für einen schweren Fehler. „Die Brandmauer war ein Riesen-Eigentor“, sagt Grupp zu BILD. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse jetzt „sofort“ reagieren.
Die CDU hat ein dramatisches Wahlwochenende hinter sich. In Mecklenburg-Vorpommern kam sie nur noch auf 4,9 Prozent und flog damit erstmals aus einem Landesparlament. Die AfD gewann mit 38,2 Prozent. In Berlin wurde die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft.
Grupp zieht den Vergleich zur Wirtschaft: „Wenn alle Mitarbeiter plötzlich in die Gewerkschaft eintreten, muss ich mich fragen: Was habe ich falsch gemacht?“
„Eine Brandmauer darf es nicht geben“
Für Grupp muss sich die CDU fragen, warum ihr die Wähler davonlaufen. „Dass ich als CDU-Vorsitzender sage, mit der AfD spreche ich nicht, das geht nicht.“ Seine Haltung sei klar: „Ich sage schon immer: Eine Brandmauer darf es nicht geben.“
Grupp vergleicht es mit seinem Unternehmen: „Wenn die Leute plötzlich nur noch Adidas und Puma kaufen, aber nicht mehr Trigema, dann muss ich gucken: Was machen die anders? Dann muss ich das, was die machen, auch tun – nur besser.“ Für die CDU bedeute das: herausfinden, warum frühere Wähler heute AfD oder Linke wählen, und darauf reagieren.
Mit der zentralen Forderung der Berliner Linken nach Enteignung kann Grupp nichts anfangen: „Wohnungsunternehmen einfach zu enteignen, kann nicht sein. In einer Marktwirtschaft kann man niemanden enteignen, nur weil sein Unternehmen gut läuft.“
Wolfgang Grupp mit Ehefrau Elisabeth und den Kindern Bonita und Wolfgang Grupp junior, die inzwischen das Familienunternehmen Trigema führen
Grupp hält weiter zu Merz
Von Friedrich Merz will sich der langjährige CDU-Wähler trotz der Niederlagen nicht abwenden. „Ich schätze Merz.“ Doch jetzt müsse dieser reagieren. „Ich weiß nicht, was da los ist, dass die CDU keine Stimmen mehr bekommt. Jetzt sofort muss was passieren.“
Grupp wendet auch hier seine Unternehmer-Regeln auf die Politik an: „Wer ein großes Problem hat, ist ein Versager. Denn das Problem war mal klein und da hätte man es regeln können.“ Sein Prinzip: „Ich öffne den Schirm bei den ersten Tropfen, nicht erst, wenn es schüttet.“
„Es liegt an den Unternehmen und nicht an Deutschland“
Bei der Wirtschaft nimmt Grupp auch die Unternehmen selbst in die Pflicht: „Wenn die Wirtschaft in Deutschland schwächelt, dann liegt es an den Unternehmen.“ Für ihn sei das „eine Frage des Kopfes“. Unternehmer müssten Probleme lösen, statt über die Bedingungen zu klagen.
Grupp: „Sie hören immer die Gleichen lamentieren. Einen Würth, den ich sehr schätze, oder einen Herrenknecht hören Sie nicht.“
Würde Grupp selbst in die Politik gehen?
Seine Antwort: „Ich würde nie im Leben Politiker in einer Demokratie sein.“ Dort müsste er Kompromisse eingehen, für die er anschließend nicht geradestehen könne. Dann lacht Grupp und sagt: „Für mich käme deshalb nur eine Diktatur infrage.“